Es sind wieder so Kleinigkeiten über die man stets und ständig nachdenkt, gerade wenn es um Geld geht: Wenn es nach den Meisten geht, ist es immer Mangelware, trotzdem verschickt unsere Kanzlerin "Rettungspakete" in Milliardenhöhe nach Griechenland und Co. und der eigenen Bevölkerung - oder wie es am Reichstagsgebäude in großen Lettern geschrieben steht, "dem deutschen Volke" - geht es schlecht.
So sieht es zumindest aus, wenn man stets und ständig auf die Facebookseite von Angela Merkel schaut: Wüste Beleidigungen und Wutschreie vieler Bürger, denen bisher keine Bühne für ihr Drama in fünf Akten geboten wurde. Ich persönlich bin jedoch der Meinung das man, bevor die Aufplusterung des eigenen Federkleides beginnt, selbst anfangen sollte kleine Dinge zu verändern - und die beginnen schon bei ein paar Cents.
Einige Leute, die mir bis hier hin noch immer gefolgt sind, werden sich nun vielleicht fragen "Was will er denn?" Nun, ich werde einfach mal ein wenig konkreter: Es geht mir um Obdachlose, Bettler und all die anderen, die fragen, ob man ein wenig Kleingeld für sie übrig hat. Allein schon hier spinnen sich Manche gleich ein Gedankenkonstrukt zusammen: Menschen, in alten Jacken, nach Alkohol riechend und ungepflegt aussehend sitzen mit Pappbechern von der nächsten Fastfoodkette auf der abgenutzten Aldi-Tüte, ihre Blicke streifen jeden Passanten und erwarten ein wenig Geld. Glaubt es mir oder auch nicht, aber ich gebe ihnen gerne Geld. Ich höre schon jetzt den empörten Aufschrei: "Ah, die kaufen sich doch eh nur Alkohol und Zigaretten davon, das werde ich doch nicht noch unterstützen!"
Es ist mir egal, was sie mit dem Geld machen, ich meine wir sitzen bei uns zu Hause, haben vermutlich Internet, eine funktionierende Heizung und genügend Essen im Kühlschrank. Jeder Mensch macht im Leben Fehler, manche sind leider so schwerwiegend, dass man darin versinkt und auf der Straße wieder aufwacht. Deshalb ist eine "solche Person" niemand minderwertiges und wenn es nun einmal Achim vom Bahnhof (Name frei erfunden) gut tut, sich einmal am Tag einen Goldi zu holen, dann soll er das machen, denn WIR können uns ganz bestimmt nicht in ihn hinein versetzen. Der Mensch ist bestrebt nach Glück, ich bin beileibe kein Befürworter des Alkoholmissbrauchs, dennoch empfinde ich es schlimmer jemandes Glück zu verwehren - wenn man das Geld übrig hat und es in dem Moment einfach nicht braucht - weil man selbst es in der Situation für falsch hält. Was wissen wir denn schon von "da draußen"?
Wir sollten aufhören in solchen engen Räumen zu denken, strikt zu trennen was für andere richtig bzw. falsch ist. Ist es nicht erschreckend, dass bei einem Menschen den man jeden Tag an derselben Stelle, egal bei welchem Wetter sieht, der Großteil unserer Gesellschaft wahrscheinlich Ekel empfindet wenn man von diesem ihm nach zwei Euro gefragt wird und mit "Nein" bzw. "Ich habe gerade kein Geld dabei" antwortet, während wir parallel tagtäglich unsere Leben ganz selbstverständlich - indem wir mit Geschwindigkeiten jenseits der 100km/h auf Autobahnen und Landstraßen unterwegs sind - in die Hände von uns total Fremden legen? Ein falscher Moment, eine Zehntelsekunde Unachtsamkeit, ein winziger Fehler - und wir werden auch die zwei Euro nicht mehr benötigen.
Es klingt vielleicht ein wenig aberwitzig und zu hoch gegriffen, dennoch glaube ich nicht zwingend falsch zu liegen.
Think about it.