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Gamergate. Ein Wort, kurz, knapp und dennoch seit gefĂĽhlten Ewigkeiten nicht mehr aus der Spielelandschaft wegzudenken. Ich habe mich mit einigen wenigen Ausnahmen in der Steam- & PC-Spiele-Community bei dem Thema echt zurĂĽck gehalten. Die Fronten waren mir zu verhärtet und die Anschuldigungen nervten mich ehrlich gesagt. Ich hatte wirklich keine Lust mehr, mich gefĂĽhlt fĂĽr irgendetwas entscheiden zu mĂĽssen, um nicht von anderen Personen in irgendeine Ecke gestellt zu werden. Das ist ebenfalls ein Grund, warum ich jetzt an dieser Stelle nicht auf die Vorgeschichte beziehungsweise den Verlauf von #Gamergate eingehen werde - das haben schon genug Leute getan.¹ 
Der Tropfen, welcher die metaphorische Energy-Dose des Gamers zum ĂĽberlaufen brachte, war dann letztendlich ein kurzer Artikel der +FAZ.NET - Frankfurter Allgemeine mit dem Titel "Gamergate - Bitterer Ernst in der Spielewelt". Er veranlasste mich tatsächlich, mein Spiel zu pausieren und etwas ĂĽber Individuen zu schreiben, denen ich noch abgeneigter als uPlay gegenĂĽber bin.
Nein, vielleicht war das etwas verkehrt ausgedrĂĽckt: Herr Bernau hat einen wirklich guten Text verfasst, der sowohl fĂĽr Laien als auch Informierte interessant ist. (Einige Kommentatoren unter dem Artikel sehen das natĂĽrlich anders.) Es geht mir vielmehr um den Inhalt: Durch die Gamergate-Debatten die unter anderem Themen wie Journalismus, Feminismus und Sexismus aufgreifen , meinen einige Menschen, dass es da wohl legitim wäre, neben verachtendsten Beleidigungen sogar Morddrohungen auszusprechen, welche in Hinblick auf den Polizeischutz der betroffenen Personen anscheinend wirklich ernst genommen werden mĂĽssen.   

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Es folgt nun eine kurze Aufzählung der Argumente, die ich anschließend nicht berücksichtigen werde beziehungsweise in dieser Lage als nicht hinnehmbar verstehe:
  1. Das sind doch nur Trolle.
  2. Das sind doch nur irgendwelche Pubertierenden. 
  3. Das ist doch nur das Internet.
  4. Das ist doch nur ein doofer SpaĂź um die eigene Meinung zu stĂĽtzen.
  5. Das zieht doch eh keiner durch.
  6. Sowas gibt es doch immer bei hitzigen Diskussionen.
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Noch einmal
Da nehmen sich Leute heraus, andere Personen zu bedrohen, weil man es wagt über Spiele zu diskutieren oder gar verschiedene fragwürdige Positionen anzugreifen? Pardon, aber da drängt sich mir wirklich unweigerlich vor allem eine Frage auf:


Ganz im Ernst
Wie kann man überhaupt auf so eine Idee kommen? Da hat doch jemand zu viel vom Mondzucker genascht oder bei den Braufesten vor Orgrimmar und Eisenschmiede einige Bier zu viel gepichelt - anders kann ich mir diesen Scheiß echt nicht erklären! Ja, ich würde gerne einfach abwinken und sagen "das beruhigt sich schon wieder", aber ehrlich: Es kotzt mich an, es macht mich wütend!

Solche Leute machen unsere Gamer-Gemeinschaft kaputt!
Es geht hier vermutlich nicht um dich oder einen deiner Kumpels, aber es ist wieder einmal eine kleine Gruppierung von Individuen, die auf alles was wir aufgebaut haben, einen dicken Fladen setzen. Ihre Aktionen sind dumm, enttäuschend und diffamierend für all jene, die in der Gamerwelt jahrelang dafür kämpfen, dass Spiele in der Gesellschaft akzeptiert werden, die ewig und immer wieder für Gleichheit unter den Menschen einstehen und sowohl Sexismus als auch andere menschenfeindliche Positionen verurteilen. Es sind ihre Aktionen, die mich geradezu nötigen, erneut weniger versierten Leuten klar zu machen, dass wir - wir Gamer - bereit sind, über bestehende Probleme zu reden und sie anzugehen und eben nicht alle wegschauen beziehungsweise Diffamierungen wegrationalisieren. Der Großteil von uns hat einfach nur ein geliebtes Hobby, dass sich eben in dieser Liebe nicht von anderen Hobbies wie dem Modelleisenbahnensammeln oder Angeln unterscheidet. (- Srsly Gehirn, das sind die Dinge, die dir zuerst einfallen?)

Was ich schlussendlich nur sagen wollte: 
Solche Aktionen von Einzelnen bringen eine ganze Schicht an Spielern in Verruf. Sie sind ein Schlag ins Gesicht, quasi der Cheater unter Fairspielenden. Es sind diese Wenigen, die danach vermutlich wieder am lautesten schreien, dass Gamer und ihre Medien stets schlecht dargestellt werden. Schade, dass ihr so viel kaputt macht.

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¹ Beispiele: Giga.de, boogie2988 und meinetwegen auch Gawker.

Man kann es nur oft genug schreiben: Augen auf, woher man seine Informationsquellen bezieht. In letzter Zeit häufen sich hier im Stream rechte Blogs unter dem Vorwand "Das wird man doch wohl mal sagen dürfen". Wer diese regelmäßig verfolgt, sieht, wie hier immer öfter von sexuellen Übergriffen oder Gewalttaten durch Immigranten, Sinti und Roma usw. berichtet wird. Dabei fällt das so beim ersten Lesen auch nicht unbedingt auf, außer die Art, WIE darüber geschrieben wurde. Ich möchte gar nicht irgend eines dieser Verbrechen gutheißen und verurteile sie schärfstens, aber hierbei spielt noch immer nicht die Herkunft und/oder Religion eine Rolle, sondern der Mensch als solches. Wer immer blind dem glaubt, was er auf aufschnappt, läuft schnell Gefahr, in Fettnäpfchen zu treten. Aber das gilt ja überall so. Nebenbei: Berlin verbietet auch nicht Weihnachten.
Es sind wieder so Kleinigkeiten ĂĽber die man stets und ständig nachdenkt, gerade wenn es um Geld geht: Wenn es nach den Meisten geht, ist es immer Mangelware, trotzdem verschickt unsere Kanzlerin "Rettungspakete" in Milliardenhöhe nach Griechenland und Co. und der eigenen Bevölkerung - oder wie es am Reichstagsgebäude in groĂźen Lettern geschrieben steht, "dem deutschen Volke" - geht es schlecht. 



So sieht es zumindest aus, wenn man stets und ständig auf die Facebookseite von Angela Merkel schaut: WĂĽste Beleidigungen und Wutschreie vieler BĂĽrger, denen bisher keine BĂĽhne fĂĽr ihr Drama in fĂĽnf Akten geboten wurde. Ich persönlich bin jedoch der Meinung das man, bevor die Aufplusterung des eigenen Federkleides beginnt, selbst anfangen sollte kleine Dinge zu verändern - und die beginnen schon bei ein paar Cents. 

Einige Leute, die mir bis hier hin noch immer gefolgt sind, werden sich nun vielleicht fragen "Was will er denn?" Nun, ich werde einfach mal ein wenig konkreter: Es geht mir um Obdachlose, Bettler und all die anderen, die fragen, ob man ein wenig Kleingeld fĂĽr sie ĂĽbrig hat. Allein schon hier spinnen sich Manche gleich ein Gedankenkonstrukt zusammen: Menschen, in alten Jacken, nach Alkohol riechend und ungepflegt aussehend sitzen mit Pappbechern von der nächsten Fastfoodkette auf der abgenutzten Aldi-TĂĽte, ihre Blicke streifen jeden Passanten und erwarten ein wenig Geld. Glaubt es mir oder auch nicht, aber ich gebe ihnen gerne Geld. Ich höre schon jetzt den empörten Aufschrei: "Ah, die kaufen sich doch eh nur Alkohol und Zigaretten davon, das werde ich doch nicht noch unterstĂĽtzen!" 
Es ist mir egal, was sie mit dem Geld machen, ich meine wir sitzen bei uns zu Hause, haben vermutlich Internet, eine funktionierende Heizung und genĂĽgend Essen im KĂĽhlschrank. Jeder Mensch macht im Leben Fehler, manche sind leider so schwerwiegend, dass man darin versinkt und auf der StraĂźe wieder aufwacht. Deshalb ist eine "solche Person" niemand minderwertiges und wenn es nun einmal Achim vom Bahnhof (Name frei erfunden) gut tut, sich einmal am Tag einen Goldi zu holen, dann soll er das machen, denn WIR können uns ganz bestimmt nicht in ihn hinein versetzen. Der Mensch ist bestrebt nach GlĂĽck, ich bin beileibe kein BefĂĽrworter des Alkoholmissbrauchs, dennoch empfinde ich es schlimmer jemandes GlĂĽck zu verwehren - wenn man das Geld ĂĽbrig hat und es in dem Moment einfach nicht braucht - weil man selbst es in der Situation fĂĽr falsch hält. Was wissen wir denn schon von "da drauĂźen"? 
Wir sollten aufhören in solchen engen Räumen zu denken, strikt zu trennen was für andere richtig bzw. falsch ist. Ist es nicht erschreckend, dass bei einem Menschen den man jeden Tag an derselben Stelle, egal bei welchem Wetter sieht, der Großteil unserer Gesellschaft wahrscheinlich Ekel empfindet wenn man von diesem ihm nach zwei Euro gefragt wird und mit "Nein" bzw. "Ich habe gerade kein Geld dabei" antwortet, während wir parallel tagtäglich unsere Leben ganz selbstverständlich - indem wir mit Geschwindigkeiten jenseits der 100km/h auf Autobahnen und Landstraßen unterwegs sind - in die Hände von uns total Fremden legen? Ein falscher Moment, eine Zehntelsekunde Unachtsamkeit, ein winziger Fehler - und wir werden auch die zwei Euro nicht mehr benötigen.


Es klingt vielleicht ein wenig aberwitzig und zu hoch gegriffen, dennoch glaube ich nicht zwingend falsch zu liegen. 



Think about it.