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Wie fängt man eigentlich einen Artikel an, der sich kritisch zum Thema Let’s Plays äuĂźert? Ich habe keine Ahnung, aber ihr habt ja schon einmal die ersten Zeilen gelesen. Wer nicht weiĂź was dieses Let's Play ist, sollte zunächst den Artikel in einer groĂźen Online-Enzyklopädie ĂĽberfliegen, alle anderen können schon zum nächsten Absatz.
Ich mache es mir mal einfach: Um niemanden persönlich zu nahe zu kommen, erstellen wir uns ein Muster, quasi einen „Let’s Play“-Contentproducer als SĂĽndenbock fĂĽr die folgenden Worte. Wir nennen ihn Peter MĂĽller (häufigster männlicher Vor- und allgemeiner Nachname in Deutschland; Stand 2005), lassen ihn 27 Jahre alt sein und schenken ihm einfach mal 567.743 Abonnenten (Nein, das ist einfach nur eine Zufallszahl – Keine Illuminaten, kein Geheimcode). Peter fing mit Minecraft an ("Nicht noch einer!!") und kann es sich mittlerweile leisten, aktuelle AAA-Titel zu spielen. Das macht er auch zur Freude seiner Abonnenten. So versucht sich Peter beispielsweise derzeit an GTA V, das wir deshalb ebenfalls als Exempel nutzen werden.

Wer bis hier gelesen hat, wird sich vielleicht fragen, was das Ganze soll: 
Nun, mir geht es ganz einfach um Altersbeschränkungen. HALT, STOP, WARTET!! Sicherlich haben jetzt Einige die Augen verdreht, wollten genervt den Tab schlieĂźen oder gar voller Hass einen Kommentar verfassen, dass ich keine Ahnung hätte und mich raushalten soll – aber lasst mich meinen theoretischen Standpunkt bitte erst einmal erklären. Es ist vielmehr ein kleines Gedankenspiel von mir bzw. eine offene Fragestellung, die mich einfach nicht in Ruhe lässt und nein, ich habe nach dem Post auch keine Lösung parat. Vielmehr möchte ich darĂĽber nachdenken und zwar gemeinsam mit euch, okay? Okay!
Also kommen wir noch einmal zurĂĽck auf GTA V. Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) hat dem Spiel keine Jugendfreigabe erteilt, das rote Etikett mit schwarzer „18“ kennt ja eigentlich jeder. Man mag von der Bewertung halten was man will, aber sie ist nun einmal da, Punkt. Ich finde sie ĂĽbrigens wegen verschiedensten Szenen (und nicht nur die heiĂź diskutierte Folter-Szene) wirklich gerechtfertigt, kann aber auch Gamer verstehen, die es lieber "ab 16" sehen wĂĽrden. Wollen wir uns daran aber nicht aufhängen, es geht mir eher darum, dass es nun so festgelegt ist. Deshalb kommt nun an dieser Stelle auch Peter wieder ins Spiel, denn er lädt, wie tausende andere User auch, Spielszenen aus GTA hoch – ohne Altersbeschränkung. Genau hier sehe ich aber das Problem: Warum kennzeichnen Peter & Co. nicht einfach auf Youtube solche Inhalte als „Erwachsenen-Content“, wo es doch sogar die Einstellungsmöglichkeiten gibt? Fassen wir mal die Hauptthesen zusammen, die bei solchen Diskussionen zu der Frage zustande kommen wĂĽrden:

1) Man kann sich doch Fake-Accounts erstellen und so sein Alter auf 18+ setzen.
Das stimmt und das werden sicherlich einige Personen machen – aber nicht alle. Wer in diesem Argument seine Bestätigung gefunden hat, kann weiterlesen, muss aber nicht. Ich sagte ja schon, eine wirkliche Lösung wird und kann es einfach nicht geben.

2) Warum soll Peter denn die Verantwortung ĂĽbernehmen? Er ist doch erwachsen und spielt nur das was produziert wurde!
Das stimmt, er spielt das, was sich andere ausgedacht haben. Das ist ja auch nicht  "Mr. Problem“, sondern vielmehr der Fakt, dass es öffentlich verbreitet wird. Eine Person die 567.743 Abonnenten hat, welche potenziell ĂĽber alle Videos benachrichtigt werden sollten (wenn die Abo-Box nicht mal wieder spinnt), muss nun einmal schauen, was sie sagt und wie sie handelt. Ich wage mal zu behaupten, dass Peter schon als eine Person des öffentlichen Lebens auftritt. Wenn man dann weiterhin wie er sämtliche Altersfreigaben „bespielt“, also Games von USK 0 bis USK 18, dann kann (und sollte?) dort auch ein gewisser Bildungsauftrag verfolgt werden. Der ist meiner Meinung nach auch schon auf Ebene der Unterhaltung von Kindern und Jugendlichen durch Alltagsthemen (siehe Gronkh und viele seiner Minecraft-Folgen) erreicht. NatĂĽrlich, es ist keine Pflicht, aber durchaus löblich und wird von "den GroĂźen" auch öfter verfolgt.

3) Die Kinder/Jugendlichen finden die Videos bei anderen Youtubern und schauen sie halt dort.
Klar, es wird viele nicht abhalten. Wer ein Let’s Play von GTA V unbedingt sehen will, wird dies auch immer erreichen. Die Utopie, dass jeder Content-Producer seine Videos richtig freischaltet, brauche ich nicht zu verfolgen (siehe beispielsweise „a)“). Dennoch: Ich gehe davon aus, dass ein „normaler“ Nutzer seine Lieblings-Lets-Player hat und den Content natĂĽrlich wegen dem Spiel an sich, aber eben auch wegen dem Gamer schaut, da man meiner Meinung nach Sympathien zur Person, seiner Art und den angesprochenen Themen entwickelt. 

4) Die Eltern haben zu kontrollieren, was die Kinder/Jugendlichen im Internet tun.
Da stimme ich zu. Es ist die Pflicht von jedem Erziehungsberechtigten zu schauen, was die Sprösslinge so im Netz tun. Aber schon hier fangen die Probleme an: Ich hätte beispielsweise nicht gewollt, dass man mir im Alter von 13 Jahren ĂĽber die Schulter geschaut hätte, was ich beispielsweise damals noch auf SchĂĽler Vz (das war so ein grell-pinkes deutsches Netzwerk, „wie Facebook“ ;D) schrieb. Smartphones, Freunde, Arbeitszeiten und auch ganz normales Leben tun ihr ĂĽbriges. Wer behauptet, dass eine komplette Kontrolle möglich ist, der kann mir ja gerne unten in den Kommentaren erläutern, wie das funktionieren soll. Vielmehr sollte man  miteinander reden, die Kinder und Jugendliche ĂĽber Verantwortung im Netz aufklären und natĂĽrlich dennoch hin und wieder mal vorbeischauen, was die JĂĽngsten so treiben. ;-)

Wir haben jetzt viel gelesen, warum die Altersbeschränkungen auf Youtube nichts bewirken, aber wieso war mir das Thema dennoch wichtig?
Man kann natĂĽrlich auch hier wieder nur „mimimi“ rufen und sich die Ohren zuhalten, aber mich hat ein Ereignis zum Nachdenken gebracht: Ich muss jeden Morgen zur Uni mit der StraĂźenbahn fahren, hin und wieder auch mit einigen FĂĽnft- und Sechstklässlern. Da waren neulich vier Jungs, die sich sehr ausgiebig die 15 Minuten Fahrt darĂĽber unterhielten, wie toll denn GTA sei. Dabei sprachen sie explizit ĂĽber einen sehr groĂźen Let’s Player (natĂĽrlich Peter) und seine Aktionen. Ich weiĂź nicht, vielleicht liegt es auch an mir, aber wenn sich da elf bis zwölf-jährige Kinder begeistert unterhalten, wie geil Szene X war, als Peter Pixelfiguren ĂĽberfuhr und erschoss, dann finde ich es schon fragwĂĽrdig. 
Altersbeschränkungen sind keine Ausgeburten der Hölle sondern sollen schon hin und wieder mal helfen Games für Erwachsene auch nur diesen zur Verfügung zu stellen. Man könnte ja ansonsten auch gleich das ganze Ausweisprozedere an der Kasse weglassen. ;-)

Fazit: Was bleibt?
Eine gute Frage – ohne richtig zufriedenstellende Antwort. Vielleicht der Gedanke, dass es nicht verkehrt ist, „Inhaltsmarkierungen“ zu verwenden wenn man weiĂź, dass auch ein jĂĽngeres Publikum zuschaut. 
Ich meine: Das ist der eigene Beitrag, mehr auĂźer dem oder gar nicht spielen (was ich bei GTA V nicht empfehlen wĂĽrde) kann man eigentlich fĂĽr den Jugendschutz auf Videoplattformen nicht tun. Spiele haben nicht umsonst eine USK-Kennzeichnung und auch wenn sie manchmal nervt, steckt dahinter kein unbedingt falscher Gedanke. Nebenbei: Ein interessantes Video mit Vertretern der USK habe ich euch mal ganz unten in den „Anhang“ gepackt. 
Ach ja: Wer ĂĽbrigens trotz „Ăśberzeugung mit Argument ,1)‘“ bis hier hin las, kann ja auch ruhigen Gewissens sagen, dass die Videoaufrufe nicht einknicken werden, da eh alle einen falschen Account haben. So bleibt ja dann auch die Monetarisierung gleich, obwohl… ist doch eh egal, man macht es doch eigentlich sowieso nur aus Liebe zu den Games und vor allem fĂĽr sich selbst. (Don’t take it too seriously ;-P)

Ihr seht (vielleicht): Das Thema ist komplex und nicht mal eben abgehandelt. Ich hoffe, ihr habt euch auch ein paar Gedanken machen können. Wenn ja, dann immer gerne rein in die Kommentarsektion. Bevor ich es vergesse: Peter hat jetzt seine „USK 18“-Games als „Erwachsenen-Content“ gekennzeichnet, vielleicht werden es ja noch ein paar mehr Leute - ich wĂĽrde es begrĂĽĂźen.

Anhangs-Video:



Stell dir vor du kommst auf +YouTube und alles ist plötzlich anders. So oder so ähnlich scheint es manchen Usern ergangen zu sein, nachdem sich Google  (ja, #Youtube gehört zu #Google, selbst das wussten einige nicht) nun entschied, ihr Kommentarsystem an das von Google+ anzupassen. Wie ich letztens schon schrieb, gefällt es mir persönlich besser. Aber egal, viele Nutzer scheinen darĂĽber wirklich verärgert zu sein und mussten wegen diesem Umstand erst einmal ordentlich Dampf ablassen. Ein paar StilblĂĽten aus der letzten Woche habe ich deshalb fĂĽr euch im Folgenden zusammengefasst. ;-)
Ach ja, das ist natĂĽrlich nur eine kleine Auswahl an Kommentaren. Wer noch echte Meisterwerke des Hasses findet, kann mir gerne via Hangouts oder Privatnachricht Screenshots von den eigenen Entdeckungen zukommen lassen. ;-)




Man sagt ja so schön: Schlimmer gehts immer! (Oder so ähnlich..) Wie dem auch sei: Viele erboste Nutzer haben es sich quasi zur Lebensaufgabe gemacht Bob oder Lenny (oder alle zusammen) in den Kommentarbereich zu schreiben. Das geht mittlerweile sogar den Contentmachern tierisch auf die Nerven. Schließlich sind es die Nutzer, die gerade das Kommentarsystem unerträglich machen und rumspammen. So gehen viele andere interessante Beiträge verloren.
Und auch für die Erzkonservativen Youtube-alt-kommentar-liebhaber: Spammen und nerven ging auch schon vor dem G+Layout. ;-) Das scheint dennoch die meisten Trolle nicht zu interessieren. Das wird auch im folgendem Beitrag klar: Phalli bzw. Pallusse gehören zum Internet, wie die Butter aufs Brot. Die Mühe, die sich manche Nutzer für die Bilder machen ist wirklich faszinierend. Also wieder ein positiver Aspekt: Die Kommentarsektion fördert Kreativität, wobei einige ASCII-Bilder schon langsam bizarre Züge annehmen.








Ziehen wir also ein Fazit: Alle sind glĂĽcklich und zufrieden. Nein, mal im Ernst, nach der ersten groĂźen Welle der Empörung, haben sich die meisten User beruhigt. Ich sehe viele lange Kommentare und auch die Antwortfunktion nun endlich effektiver genutzt. Auch merken viele, dass sie ein wenig ĂĽberreagiert haben und es eigentlich gar nicht so schlecht ist... wie immer eigentlich, wenn etwas neues kommt. Ich kann natĂĽrlich verstehen, dass nicht jeder einen Google+ Account haben wollte und nun eine gewisse Aversion dagegen hegt. Dennoch ist dieser Schritt von Google logisch nachvollziehbar. Die ganze Sache ist sicherlich noch nicht perfekt, aber daran wird ja tagtäglich geschraubt.
Das eigentliche Problem bei Youtube sind die User, nicht ein neues Kommentarsystem. Wer beleidigen, spammen und anderweitig trollen wollte, konnte es auch schon vorher. Jetzt gibt es aber wenigstens ein paar Werkzeuge mehr, die dem ganzen ein wenig Einhalt gebieten können. (Blacklists erstellen liebe Videouploader!) Der Hauptcontent entsteht nach den Videos in Kommentaren, die Nutzer generieren. Ich bin sicher, dass schon bald Bob und wie sie alle heißen, der Vergangenheit angehören werden und dann endlich eine Anhebung des Kommentarniveaus erfolgt.

 P.S.: Wo ich es eben schon einmal ansprach: Auch Links können Videoproduzenten einfach via Blacklist sperren. Dazu reicht es in den Wortfilter "http://" einzutragen und die Zuschauer bleiben verschont.



Wie schaut es bei euch aus? Noch immer der pure Hass vorhanden oder kommt ihr mit den neuen Funktionen eigentlich ganz gut klar? Schreibt es mir doch in die Kommentare, einen Google+ Account habt ihr jetzt ja sowieso. :P


Seit letzter Nacht wurde die Sache ausgerollt. Doch was heißt das letztendlich für die User? Zunächst benötigt nun natürlich jeder ein Google+ Konto, was aber bei 2/3 der Nutzer eh schon der Fall ist. Man kann sich darüber ärgern oder auch nicht. Mich persönlich stört es jedenfalls nicht, da es meiner Meinung nach echte Vorteile bringt:

1. Länge 
Beiträge können endlich ewig lang sein. Vorher gab es ja eine Zeichenbegrenzung (im niedrigerem Bereich)  

2. Formatierungen sind endlich möglich!
Man kann so seinen Kommentar viel ĂĽbersichtlicher gestalten. Die derzeit unterstĂĽtzten Formatierungen sind hierbei: 
 _kursiv_ = kursiv 
*fett* = fett 
-durchgestrichen- = durchgestrichen

Das ganze sieht dann so aus:


3. Benachrichtigungen und Erwähnungen
Leute sind nun wie auf G+ anplussbar, das heiĂźt, man kann eine (oder mehrere Personen nun auch im Kommentar erwähnen. AuĂźerdem können Beiträge nur an bestimmten Kreisen geteilt werden bzw. auch gleich mit Videolink auf Google+ veröffentlicht werden. 

4. Wer kommuniziert mit mir? 
Klarnamen bzw. Seitennamen sind nun Pflicht: Find ich ganz nett, weil ich schon denke, dass minimal sich die Kommentarkultur verbessert. ;-) Andere Meinungen sind zu diesem Thema natĂĽrlich auch okay.

5. Du hast Fehler gefunden oder möchtest deinen Kommentar nun noch einmal ändern?
Dann auch hier wieder ein groĂźes Plus: Kommentare können nun bearbeitet werden. 

6. Sonstiges
Der "Find ich gut"-Knopf ist jetzt blau wenn man darauf klickt. Man kann Kommentare nach "Beste" und "Neuste" sortieren. AuĂźerdem werden Kommentare von Leuten aus deinen Kreisen prominenter angezeigt. Es gibt natĂĽrlich auch noch ein offizielles Video von +Google, was ich euch hier verlinke:




Die offizielle Mitteilung vom Youtube-Blog gibt es ĂĽbrigens hier. 

Doch wie schaut es bei euch aus? Alles okay oder stören euch die ganzen Änderungen? Schreibt doch mal eure Meinungen (mit dem eventuell neuen Google+ Account) in die Kommentare! ;-)