Latest Posts

Posts mit dem Label Kritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Ich sitze vor meiner Steambibliothek, genauer gesagt starre ich nichts tuend auf meinen Bildschirm. Wie lange? Keine Ahnung. Ein Spiel starten? Keine Lust. Irgendwie komisch: Man wird älter und hat endlich die Möglichkeiten Games zu kaufen, die man immer spielen wollte! Besser noch: Sie sind meist sogar in meinem Inventar - aber auf Dauer fesseln? Das schaffen derzeit leider nur die wenigsten. Mir drängt sich deshalb die Frage nach dem "Warum" auf:

Sind es wirklich die zahlreichen Sales und der damit verbundene Ăśberkonsum? Ist es die schiere Masse an mehr oder weniger guten Computerspielen, die mich letztendlich ĂĽberfordern, sodass ich lieber keines spiele? Fehlt mir einfach die Innovation, welche mich frĂĽher stets begeisterte? Ich weiĂź es nicht.
Ich habe in den drei letzten Stunden vier Spiele installiert, die dieses Jahr herauskamen. Ich habe sie gestartet, angefangen und nach 20 Minuten wieder weggelegt. Man sitzt am Rechner, freut sich seit Tagen darauf, endlich mal wieder ohne Arbeitsgedanken spielen zu können und sich in eine virtuelle Welt saugen zu lassen und was passiert? Nichts! Der Kopf sagt "Nee, lass das mal, hab gerade irgendwie doch keine Lust", der Zeigefinger lässt das Mausrad zum x-ten Mal meine Spiele durchscrollen, nur unterbrochen von den gelangweilten Klicks auf Youtube, Facebook und Google+ in manischer Monotonie. Es ist der zynische Realismus, welcher mir heute rau entgegenschlägt: Zeit zum Spielen ist immer häufiger Mangelware, habe ich sie einmal, dann will man nicht mehr. Ich schaue Internet leer - es langweilt mich, ich zeichne ein wenig - es stresst mich, ich rufe Freunde an - keine Zeit. Es sind 10 Minuten vergangen, ich habe diesen Eintrag hier geschrieben und aus meinen Boxen schallen die letzten Verse von System Of A Downs Lonely Day:

Such a lonely day, and it's mine 
It's a day that I'm glad I survived

Meine Gedanken beziehen sich auf ein Posting von Spiegel Online. Es ist also ratsam, dieses vorher gelesen zu haben

Um es kurz zu machen: Meiner Meinung nach ist dieser Artikel sehr darauf fixiert, ein wirklich sensibles Thema zu skandalisieren. Hierbei drängt sich mir regelrecht das GefĂĽhl auf, dass mittlerweile eine so exaltierte Berichterstattung von Nöten ist um mediale Aufmerksamkeit zu erreichen. Ich persönlich finde es falsch, egal ob  hier um einen ĂĽber Filme oder Spiele geredet wird.
Ja es stimmt das es verkehrt ist fragwürdige Aktionen nicht zu erklären bzw. sogar als richtig darzustellen. Gelegentlich schwingt dort leider wirklich einfach nur eine Glorifizierung von Gewalt mit und ist keineswegs unterstützenswert. Auch die "Flughafenszene" aus Call of Duty Modern Warfare 2 war absolut unnötig, sie diente mMn nur als reine (schlechte) PR-Aktion, damit das Spiel in aller Munde ist.
Vergessen wird dennoch, dass es auch Spiele gibt, die gegen viele Genfer Auflagen verstoĂźen, aber es explizit als schlecht darstellen. Als bestes Beispiel fällt mir da Spec Ops: The Line ein, welches zwar ein Shooter ist, aber eben durch seine Gesamtaufmachung zeigt, wie grausam der Mensch sein kann bzw. das es wirklich nicht richtig ist, was man tut. Spiele sowie auch Filme verstoĂźen regelmäßig gegen die Genfer Konventionen, was meiner Meinung nach bei manchen Games nicht zu streng geahndet werden sollte. Wenn sie beispielsweise einfach absichtlich ĂĽberzeichnet werden (Spontaneinfall: Gewalt in Borderlands), kann man ĂĽber ein paar Dinge hinwegsehen. Wenn aber - und das tun einige Shooter immer mehr - viel Wert auf Realität gelegt wird (*hust* Battlefield 3 & 4 *hust*), dann bitte auch in diesem Bereich. 

Etwas zu skandalisieren, was natĂĽrlich trotzdem leider oft genug in der Realität passiert, ist der falsche Weg. Vielmehr sollte das Thema normal ins Gespräch kommen und darĂĽber debattiert werden, sodass jeder etwas davon hat.